DER PFARRHOF ZU GROSSBERGHOFEN
Umbau- und Renovierungsarbeiten 1993 bis 1996
Daten gesammelt von Mathias Reiss
Text und Gestaltung Otto Kinateder

Historischer Abriss
Nach einem Bericht des Pfarrers Leonhard Huber von Walkertshofen (+ 1823) soll Großberghofen vor langer Zeit eine selbständige Pfarrei gewesen sein. Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges war die Pest über den Ort gekommen, in deren Folge das Dorf beinahe völlig ausgestorben war. Der damalige Pfarrer von Hirtlbach, von wahrhaft apostolischem Geiste entflammt, hatte den Kranken regelmäßig das Allerheiligste gebracht. Als er die Pfarrei Sittenbach bekam, soll er die oberhirtliche Stelle gebeten haben, dass die Expositur Großberghofen in die Pfarrei Sittenbach eingegliedert werde. Bereits im Jahre 1717 war die Expositur Großberghofen errichtet worden.

Übersicht der Expositi:
Anton Ertl
(1717 - 1728)

Josef Zwerger
(1728 - 1736)

Jakob Hohenleitner
(1736 - 1742)

Bartholomäus Schweiger
(1742 - 1747)

Joh. Georg Waldherr
(1747 - 1759)

Lorenz Anton Wachter
(1759 - 1772)

Leonhard Huber
(1777 - 1792)

Ägidius Daubenberger
(1792 - 1816)

Patriz Anton Lauinger
(1816 - 1820)

Matthias Bauer
(1820 - 1825)

Michael Mayr
(1826 - 1837)

Georg Thalhammer
(1838 - 1839)

Michael Hofer
(1840 - 1840)

Benedikt Vogel
(1840 - 1846)

Josef Wurm
(1846 - 1850)

Josef Krepl
(1850 - 1852)

Andreas Aigner (unter ihm wurde das neue
(1852 - 1860)

Expositurhaus, der jetzige Pfarrhof, gebaut)

Franz Xaver Großkopf
(1860 - 1862)

Johann Nepomuk Reithmayr
(1862 - 1868)

Franz Xaver Renner
(1869 - 1876)

Kaspar Doni
(1876 - 1888)

Alois Edfelder
(1888 - 1893)

Joseph Denk
(1894 - 1895)

Johann Baptist Brenner
(1895 - 1902)

Nikolaus Hofmann
(1902 - 1922)

Sylvester Bachmeier
(1922 - 1927)

Georg Hackl
(1927 - 1931)

Johann Nepomuk Kroiß
(1931 - 1936)

Albert Steigenberger
(1937 - 1945)

Josef Stich
(1946 - 1948)

Jakob Mois
(1948 - 1956)

Anton Poos
(1957 - 1958)

Reinhold Barth
(1960 - 1973)



Vor dem Bau des Hauses im Jahr 1858 erging ein Schreiben der Landgemeindeverwaltung Großberghofen am 01.06.1853 an das Erzbischöfliche Ordinariat von München und Freising mit der Bitte um Unterstützung.

Einer bitte Stellung
An das ordinariat Sr. Erzbischöflichen Excelenz Gnaden München und Freising Einer bitte und frage an Sr. Excelenz Was bei diesem umstande zu Thun ist. nemlich es wurde der Gemeinde Großberghofen aufgetragen das Expositurhauß ganz neu zu bauen und da sich die Kosten nach dem noch geringen überschlag sich auf 4500 fl belaufen. So sind die Kosten für die Gemeinde allein zu schwer, wen es schon heißt ja Großberghof steht im Vermögen, es sind aber nicht alle Vermöglich, ja und ganz besonders Thut ein solcher last dennen Häußlern Wehe, Wenn von Keiner Seite etwas beigetragen wird. Denn der Herr Pfarrer Joh. Ev. Schwarz von Sittenbach will auch gar nichts beitragen, und macht auch nicht das von einer Seite her renowirt wurde. Es war diß Hauß noch recht Gut wohnbar, den erst vor dreij jahren wurden 250 fl an Reparatur verbessert, bloß die umliegenden HE. Pfarrer, und der HE. Docktor Stimt auch zu und sagen diß Hauß ist ungesund. Diß Hauß steht schon 136 Jahr, aber wegen Hauß ist noch nie ein Priester darin krank geworden. Man sagt also nicht, das man das Hauß nicht bauen will, sondern das der last für die gemeinde zu groß ist, wen gar von keiner Seite ein zuschuß gemacht wird. und wen der Herr Pfarrer gar nichts beitragt, So hat er Ja auch keinen zuschuß mehr. Da wollte man lieber fragen. Man wolte lieber das Herrnhauß für einen Eigenen Priester bauen. Darin bestehen kann einer Wohl. Denn nach fixirrung des zehents ist jetzt der betrag jährlich 812 fl und die Stola beträgt gewiß 200 fl also war der betrag jährlich 1012 fl ohne die 50 fl von der Gemeinde, und in dem ohnehin so viele unannehmlichkeiten entstehen bei diesen HE. Pfarrer die früher alle nicht waren. Wegen der so weiten entfernung 1 1/2 Stund und darzu ein anders Landgericht. Der Herr Pfarrer hatte alle akten zu sich genommen, und alles an sich gezogen. Was früher bei keinem HE. Pfarrer war. Nemlich alle Spasalien aufnahmen, alle Taufzeignißen bei ausstellung der Kaufkrigtions listen, die Kindstaufen Schein. Alles diß hat früher der HE. Expositus wegen der so weiten entfernung ausstellen dürfen und erst kurz war ein diferenz nemlich am 17 t May S.J. war die Spansalien aufnahm in Freising zur Verehlichung nun wegen Landgericht Friedberg wurde der Verkindzetl nach Friedberg adressiert und dann nach Sittenbach, und der kam längst zuspät. Also viell unangenehmes wegen der weiten entfernungen auffen gericht. Noch einer bitte und darüber zu entscheiden was zu Thun ist. Denn früher hat der Herr Expositus von dennen HE. Pfarrern aus dem Zehentstadl das Stroh erhalten, aber jezt nach der Fixirung will der Herr Pfarrer, das die bauern zu Großberghofen dem jeweiligen Expositus für zwey Stück Vieh das Stroh geben sollen, welches nie gewössen. Darüber zu entscheiden über die unterthänigste bitten.
Diß von der Landgemeindeverwaltung Großberghofen 89 Landgericht Dachau
Den 1 t Juni 1853


Das Expositurhaus wird in der "Statistischen Beschreibung des Erzbistums München Freising", Band III (1984) von Anton Mayer / Georg Westermayer wie folgt beschrieben:
Expositurverhältnisse: Präsentationsrecht der Pfarrer von Sittenbach. Fassion: Einnahmen: 1040 M., Lasten: 10 M., Reinertrag: 1030 M. Widdum: 1ha 36 a 29 qm = 4 Tagw. Aecker; 1 ha 51 a 62 qm = 4 Tagw. 45 Decim. Wiesen. Durchschnittsbonität: 14. Expositurhaus 1858 erbaut, geräumig, passend, trocken; ebenso die Oekonomiegebäude. Baupflicht bei beiden die Gemeinde. Beginn der Matrikelbücher 1800.

Im Jahre 1973 verließ mit Pfarrer Reinhold Barth der letzte Expositus aus Altersgründen die Kirchengemeinde Großberghofen. Sie wurde dem Pfarrverband Erdweg eingegliedert. Das Pfarrhaus war bereits zu diesem Zeitpunkt in einem sanierungsbedürftigen Zustand.

1975 begann der Pfarrgemeinderat Großberghofen mit ersten zaghaften Schritten zur Renovierung. Nachstehende Daten stammen teilweise aus Protokollen von Pfarrgemeinderatssitzungen:
Der Pfarrgemeinderat erhält am 15. Januar 1975 die Zustimmung der Gemeinde zur Nutzung eines Raumes für die kirchliche Arbeit. Der Gruppenraum muss neu mit Fußboden und Wandverkleidung ausgestattet werden. Am 22. Januar 1979 wird hierfür ein Zuschuss beantragt. Die Gemeindeverwaltung Erdweg sagt 1989 die Prüfung und Berücksichtigung eines Vorschlags des Pfarrgemeinderats bezüglich eines Umbaus des Pfarrhofs zu. Der Umbau wird 1990 wie folgt geplant: Im Erdgeschoß sollen eine kleine Wohnung und Räume für die Pfarrgemeinde entstehen. In das 1. Ober- und das Dachgeschoß soll das Hutter Museum einziehen. Für die Unterbringung von kirchlichen Gegenständen ist ein Anbau vorgesehen. Der Anbau und die Wohnung werden 1991 gestrichen. Im gesamten Erdgeschoß sollen Versammlungs- und Arbeitsräume für die Dorfgemeinschaft entstehen.

1992 beschließen die örtlichen Vereine, den Großteil der anfallenden Umbauarbeiten in Eigenregie durchzuführen. Eine Dorfversammlung im März 1993 unterstützt diese Planung.

Die beteiligten Personen und Vereine sind:
Architekt Hillreiner Schwabhausen
Bauleiter Hans Lerchl Großberghofen
Burschenverein Großberghofen
Förderverein Huttersammlung e.V.
Freiwillige Feuerwehr Großberghofen
GGG Großberghofen
Krieger- und Soldatenverein Großberghofen
Landschützen Großberghofen
Obst- und Gartenbauverein Großberghofen
Pfarrgemeinderat Großberghofen

Der Umbau
Am 31. August beginnt die Firma "Isar Bautenschutz" mit dem Einbau einer Horizontalsperre zur Trockenlegung des feuchten Mauerwerks. Gemeindearbeiter stellen in der letzten Septemberwoche das Baugerüst auf. Es gilt jetzt, das undichte Dach zu sanieren. Hierzu wird Anfang Oktober die alte Eindeckung entfernt. Das Gebälk ist handbehauen und soll im Dachgeschoß von Innen unbedingt sichtbar bleiben. Kaputte Sparren müssen ersetzt werden. Viele fleißige Hände nageln eine neue Schalung fest. Dachpappe wird aufgebracht. Die Außen-Wärmedämmung wird verlegt. Die Arbeiten gehen schwungvoll voran und bereits Ende Oktober sind die Eindeckarbeiten beendet. Die kalte Jahreszeit hat inzwischen unerbittlich begonnen. Die noch im Gebäude verbliebenen Einrichtungsgegenstände und sonstige Ausstattung müssen ausnahmslos entfernt werden. Bis jetzt sind schon mehr als 400 Arbeitsstunden geleistet. Die erste Begeisterung und der Elan beginnen nachzulassen. Mathias Reiss als Organisationsgenie im Beschaffen von freiwilligen Helfern hat immer größere Mühe, die notwendigen Männer zusammenzutrommeln. Der weitaus größte Teil an Arbeit aber steht noch an. Die unansehnlichen Dielenbretter müssen herausgerissen werden... veraltete und nicht mehr brauchbare Installationsleitungen werden demontiert... die ganze Decke im Erdgeschoß wird entfernt... Türen und Zargen haben ihren Dienst getan... Zwischenmauern müssen weichen... und Berge von Bauschutt gilt es zu beseitigen. Das Haus ist jetzt völlig leer. Wir haben in unseren Familien Weihnachten gefeiert und die frostige Arbeit für ein paar Tage vergessen. Aber schon Mitte Januar geht es weiter. Bis jetzt haben die Ehefrauen der diensttuenden Männer das Mittagessen in einem ofenbeheizten Raum im ersten Stock serviert. Das ist nun nicht mehr möglich. Ein neues "Speisezimmer" muss her. Eilends wird das Holzhaus auf dem Spielplatz nebenan mit winterdichten Fenstern, einer soliden Tür und Elektroheizung versehen. Ein richtig gemütlicher Aufenthaltsraum entsteht. Die Arbeiten im Pfarrhof gehen unvermindert weiter. Im Keller muss eine Zwischenwand entfernt werden. Das Kellergewölbe wird vom schadhaften Putz befreit. Die Kellerdecke muss für den Heizungskamin durchbrochen werden, damit dieser in den Keller hinunter verlängert werden kann. Schließlich soll das neue Pfarrhaus eine moderne Zentralheizung erhalten. Und wieder warten Berge von Bauschutt darauf, hinausgetragen zu werden. Im März beginnen weitere Abbrucharbeiten im Erdgeschoß. Ein großer Versammlungsraum, ein Gruppenraum mit Küche, ein Aufbewahrungsraum für kirchliche Gegenstände und nicht zuletzt Toiletten sollen hier entstehen. Das bedeutet wieder, dass kaum ein Stein auf dem anderen bleiben kann. Wände werden herausgerissen, Decken müssen stabil abgestützt werden. Überall wird der Putz abgeschlagen. Neben dem vielen Zerstören startet aber bereits der Wiederaufbau. Schon wachsen die neuen Zwischenwände und lassen eine durchdachte Raumaufteilung erkennen. Der neue Hauptwasseranschluss und die Abwasserleitungen sind bereits installiert. Im Keller wird der Fußboden betoniert. Man beginnt, die ersten Wände dort schon wieder zu verputzen. Der Mai zieht ins Land. Vergessen wir die klammen Hände und die kalten Füße. Mathias Reiss findet zwar nicht immer leicht willige Helfer, aber er lässt sich nicht unterkriegen. Die Fenster sind in einem irreparablen Zustand. Also müssen auch sie weichen. Im Erdgeschoß wird der Boden planiert, verdichtet, mit Sand eingeebnet und so zum Betonieren vorbereitet. Im Juni ist es soweit: der Fußboden im Erdgeschoß erhält sein Betonbett. Vergessen wir nicht: bevor es dazu kommen konnte, haben die Installateure fleißig Rohre geschraubt und geschweißt, Leerrohre für die neuen elektrischen Leitungen und viele Meter Kabel verlegt. Man kommt gut voran. Um den Pfarrhof wurde in der Zwischenzeit wieder ein Gerüst aufgestellt. Die Mitglieder des Burschenvereins haben die Aufgabe übernommen, mit Ausnahme des noch ordentlichen Teils am Giebel der Westfassade, den ganzen Außenputz zu entfernen. Seit Ende Mai sind sie emsig am Klopfen. Bereits nach einem Monat haben viele Hände das unansehnliche alte Putzkleid entfernt. Auch im Gebäude gehen nebenher die Arbeiten weiter. Ziegel und Mörtel müssen in den Bau transportiert werden. Im Keller und Erdgeschoß wachsen neue Wände. Im Keller wird verputzt und der Einbau des Öltanks vorbereitet. Mitte August erhält der Kellerboden seinen Fliesenbelag. Jetzt kann der Heizöltank montiert werden. Im September "besetzen" die Elektroinstallateure den Pfarrhof. Fachkundig werden endlos Leerrohre und Kabel verarbeitet. Schließlich sollen später einmal moderne Beleuchtung und zeitgemäße Technik in das Gebäude einziehen. Unzählige Arbeitsstunden dienen ausschließlich dem Entfernen von Bergen von Bauschutt und sonstigen Aufräumarbeiten. Der Herbst ist ins Land gezogen. Im Erdgeschoß werden massive Schilfplatten als Wärmedämmung und gleichermaßen biologischer Putzträger an der Decke befestigt. Am 1. Dezember sind die Fachkräfte der Firma Unsin mit ihren Arbeiten an der Wasserinstallation fertig. Das Balkenlager der Decke vom Erdgeschoß muss provisorisch mit Schaltafeln belegt werden, damit das 1. Obergeschoß betreten werden kann, um hier eine Holzdecke einzubauen. Noch vor Weihnachten können wir sie fertig bewundern. Es ist wieder bitter kalt geworden. Damit die Arbeiten nach der kurzen Weihnachtspause weitergehen können, montiert die Firma Unsin ein ölbetriebenes Heizgebläse als Notheizung. Am 9. Januar beginnen die Verlegearbeiten des Holzdielenbodens im 2. Obergeschoß. Dank der kurzen Erholungsphase über die vergangenen Feiertage geht es rasch vorwärts und nach nur 3 Arbeitstagen ist man fertig. Danach werden schwere Gipskartonplatten mühsam in den Speicher getragen. Sie sollen zwischen den Dachsparren montiert werden, um später als weiße Fläche das alte Gebälk noch besser zur Geltung kommen zu lassen. Hunderte von Schrauben fixieren den Gipskarton auf seiner Lattung. Die Schraubenlöcher und Fugen zwischen den einzelnen Platten werden sorgfältig verspachtelt und abschließend geschliffen. Am 13. Februar beginnt eine "Damenmannschaft" die staubige Aktion des Abbürstens des alten Dachgebälks und ist hiermit am 15. Februar fertig. Wir zählen bereits mehr als 2.000 freiwillige, unentgeltliche Arbeitsstunden. Im 1. Obergeschoß muss schadhafter Deckenputz entfernt werden. Danach wird auch hier, wie bereits im Erdgeschoß, in einigen Räumen Schilf als Wärmedämmung und Putzträger an der Holzbalkendecke befestigt. Der alte Kachelofen im 1. Stock wird umgesetzt, um hier später als attraktiver Blickfang zu dienen. In der Zwischenzeit wurde eine Firma gefunden, die das Verputzen des Hauses innen kostengünstig übernimmt. Franz Bayer mit seinem Team beginnt Ende Februar damit, wieder einen wohnlichen Charakter in den Pfarrhof einziehen zu lassen. Wieder zieht der Frühling ins Dachauer Land. Wir haben Anfang März 1995. Es wird fleißig aufgeräumt. In der 1. Etage wird eine Trennwand in Leichtbauweise mit Gipskartonplatten montiert. Danach werden in einigen Räumen im Obergeschoß neue Dielenbretter verlegt. In den anderen kann der alte Holzboden bestehen bleiben. Im Mai muss die alte Haustüre endgültig ihrer attraktiven Nachfolgerin weichen. Im Erdgeschoß wird die Trittschalldämmung ausgelegt. Mitte Juni wird der Estrich eingebaut. Unser Pfarrhof macht beinahe schon einen wohnlichen Eindruck. Mit dem Sommer beginnen die Malerarbeiten im Haus. Die Sanitärräume werden gefliest. Die Elektroinstallateure beenden ihre Arbeit. Vom 17. Juni bis 2. August wird außen neu verputzt. Die Schränke im Fahnenraum hat der Hobbyschreiner Rudi Dittrich angefertigt. Der Spülschrank im kleinen Gruppenraum stammt von Simon Huber, das neue Kreuz für den Korpus Christi des alten Vortragekreuzes von Georg Thätter.
Es sind mehr als 2.650 freiwillige, unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet, als am 28. November 1995 die erste offizielle Veranstaltung im neuen Pfarrhof stattfindet: der Pfarrgemeinderat tagt endlich wieder bestimmungsgemäß in den neuen Räumen.

Die Gesamtkosten für den Um- und Ausbau beliefen sich per Oktober 1996 auf:
Um- und Ausbau
455.919 DM

Einrichtung
35.027 DM

Außenanlagen
31.744 DM

Gesamt
522.690 DM


Die freiwilligen Helfer:
Albang Hans, Altenweger Axel, Bogner Hans, Bühl Peter, Burghart Christian, Burghart Hans, Burghart Josef, Burghart Stephan, Christoph (Praktikant bei Winter), Darius (Arbeiter bei Winter), Dötterl Wolfgang, Eisner Herbert, Fried Josef, Göttler Simon, Grüning Gerhard, Hamburger Peter, Hefele Josef Sen., Hefele Resi, Hillreiner Leonhard, Hörl Martin, Huber Christian, Huber Hans, Hutter Simon, Jäger Martin, Kellerer Josef, Kinateder Otto, Kootz Helmut, Koppitz Erich, Koppitz Günther, Koppitz Michael, Kreutmaier Georg, Kreutmaier Gregor, Kreutmaier Hans, Kreutmaier Karin, Kreutmaier Maria, Lehmann Günther, Lerchl Hans, List Anton, List Josef, Loderer Engelbert, Loderer Rainer, Loderer Rosmarie, Mader Rudi, Mair Josef, Mair Maria, Mair Thomas, Mayr Hubert, Mertl Hans, Mertl Sebastian, Müller Josef, Münch Andreas, Münch Leonhard, Münch Stephan, Münch Traudl, Nikele Kurt, Pfisterer Florian, Pfisterer Michael, Rappl Hans, Reisinger Roman, Reiss Helga, Reiss Mathias, Scheck Leni, Scheck Rudi, Schellerer Willi, Schneider Max, Scheider Willi, Schragner Toni, Speil Rudi, Strobl Fanny, Strobl Hans, Strobl Jakob, Strobl Manfred, Thätter Blasius, Thätter Christian, Unsin Anton, Unsin Georg, Unsin Jakob, Unsin Stephan, Unsin Thomas, Vollenhals Josef, Waldmann Holger, Widmann Gertraud, Winter Gisela, Winter Martin, Wörmann Erich, Wollmann Rainer, Zandtner Georg.



Grußwort des 1. Bürgermeisters Michael Reindl

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Gäste,
der von der Gemeinde Erdweg mit beachtlichen Eigenleistungen vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer in den Jahren 1993 - 1996 generalinstandgesetzte Pfarrhof Großberghofen erstrahlt in neuem Glanz. Das ehemalige, im Eigentum der Gemeinde Erdweg befindliche Expositurhaus, im Jahr 1859 in historischen Formen des sog. "Maximilian-Stils" errichtet, stellt nach den erfolgreich abgeschlossenen Renovierungsarbeiten ein wahres Schmuckstück und eine wesentliche Bereicherung für das Ortsbild von Großberghofen dar. Der stattliche, zweigeschossige Bau mit großzügiger Treppenanlage, gut proportionierten Fassaden und einer eindrucksvollen Kreuzbalkenkonstruktion des Dachstuhls, ist von historischer und kunstgeschichtlicher Bedeutung und daher als Baudenkmal erhaltenswürdig. Nach den maßgeblichen Entscheidungen des Gemeinderates Erdweg sollten im Pfarrhofgebäude vorrangig Räumlichkeiten für die Dorfgemeinschaft, die örtlichen Vereine, für Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit geschaffen werden. Eine wichtige Zielsetzung darüber hinaus war ein Museum einzurichten, um die von der Familie Hutter, Großberghofen, erworbenen Exponate der "Hutter Heimatsammlung" auszustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Von ursprünglichen Überlegungen, zwei kleine Sozialwohnungen und einen Anbau vorzusehen, wurde nicht zuletzt aus räumlichen und kostenmäßigen Gründen abgesehen.
Mein besonderer Dank gilt allen, die dieses Gemeinschaftswerk ideell, finanziell und insbesondere auch mit freiwilligen unentgeltlichen Arbeitsleistungen unterstützt und begleitet haben. Mehr als 2.500 Arbeitsstunden haben zahlreiche Helferinnen und Helfer geleistet. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und verdient daher besondere Anerkennung. Ich danke dem Architekturbüro Georg Hillreiner, Schwabhausen, für die Planung und allen beteiligten Firmen. Herrn Architekten Günther Fill, Dachau, Herrn Dr. Griebel und Herrn Werner von den Nichtstaatlichen Museen in Bayern gebührt Dank für die fachliche Beratung bei der Museumsgestaltung. Allen Mitgliedern des Fördervereins Hutterheimatsammlung e. V., stellvertretend der 1. und 2. Vorsitzenden, Frau Gisela Winter und Frau Helga Witschel sowie allen örtlichen Vereinen danke ich für ihre Mitwirkung. Ein herzliches Vergelt´s Gott spreche ich vor allem Herrn Mathias Reiss für seinen großartigen und unermüdlichen Einsatz aus, wie auch dem verantwortlichen technischen Leiter, Herrn Johann Lerchl.
Wir alle können heute stolz sein und dürfen uns freuen über das sehr gelungene Bauwerk. Ein echter Dorfmittelpunkt, ein Zentrum für das gesellschaftliche und kulturelle Leben ist entstanden. Ich hoffe und wünsche, dass der neu renovierte Pfarrhof Großberghofen in Zukunft für alle ein Haus der Begegnung und der Gemeinschaft wird!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Michael Reindl
1. Bürgermeister




Grußwort von Herrn MDL Blasius Thätter

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Großberghofen,
unser Pfarrhof ist ein gemeindliches Haus und nicht Eigentum der Kirche. Deshalb muss sich die Gemeinde darum kümmern. Und er ist denkmalgeschützt. Darum kann er nicht abgerissen werden. Als schließlich eine Sanierung ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, sollte viel verwirklicht werden: Aufenthaltsräume für Vereine und Verbände aus dem Dorf, ein Raum für die Vereinsfahnen und weiteren Utensilien des Brauchtums, ein Bastelraum für die Kinder, zwei Sozialwohnungen und eine Bleibe für das Huttermuseum. Zuerst wurde ein Anbau in Erwägung gezogen, um allen Wünschen gerecht zu werden, und es ist eine lange Geschichte, bis unser Pfarrhof zu dem geworden ist, wie er jetzt dasteht und immer dastand. Heute können wir froh darüber sein, dass Bürgermeister und Gemeinderat überzeugt werden konnten, den Anbau zu streichen und die Wohnungen aufzugeben. Versammlungsräume und Wohnungen passen nur bedingt zueinander, außerdem hätte ihre Erstellung viel Geld gekostet. Ich bin stolz auf unsere Großberghofer, dass sie noch einmal hingelangt haben, als es um die Arbeiten am Pfarrhof ging. Denn unsere freiwilligen Helfer haben in den letzten Jahren viel geleistet. Zuerst das Schützenheim, dann das Feuerwehrhaus und jetzt der Pfarrhof.
Dieses Mal waren es weit über zweitausend Stunden, die ohne Bezahlung für die Dorfgemeinschaft erbracht wurden. Allen, die mitgeholfen haben, gebührt unser Dank. Dass ich dabei Mathias Reiss hervorhebe, werden mir die anderen verzeihen. Er war die Seele der Baustelle und er hat auch selbst die meisten Stunden eingebracht. Das Haus ist sehr schön geworden und ein echter Mittelpunkt des Dorfes.
Die Errichtung des Museums macht viel Arbeit, aber auch hier werden die gesteckten Ziele Wirklichkeit werden. Außerdem wird der Spielplatz im Garten neu gestaltet. Junge Leute aus dem Dorf haben zugesagt, dabei selbst mitanzupacken. Ich glaube, wir haben mit der Renovierung des Pfarrhofes und der jetzigen Nutzung von Haus und Gelände eine gute Lösung für die Zukunft gefunden.
Ihr Blasius Thätter




Grußwort von Herrn Pfarrer Schinagl

Mit viel Umsicht, Mühe und Fleiß ist der alte Pfarrhof renoviert und das Huttermuseum darin eingerichtet worden. Unser aller Dank und Anerkennung gilt denen, die sich dafür eingesetzt haben. Das Museum gewährt uns einen wertvollen Einblick in das Leben einiger Generationen vor uns. Das kann uns Mut machen, dass wir uns den heutigen Aufgaben und Herausforderungen nicht weniger stellen, wie es früher unsere Vorfahren getan haben. Der alte Pfarrhof in seinem neuen Gesicht möge viele einladen, Freude im gemeinsamen Tun und Feiern zu finden. Zugleich soll er daran erinnern, dass Großberghofen keinen Pfarrer mehr hat, dessen Hauptaufgabe darin bestand, dass die Kirche beim Dorf bleibt und die Menschen an Gott nicht vorbeigehen. Wer sind heute die, welche dafür sorgen, dass Gott in Großberghofen nicht vergessen wird "der Menschen wegen"?
Josef Schinagl, Pfr.




Ein Wort auf die Frage: "Warum tust Du das"?
von Mathias Reiss, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates

Wie die Chronik zeigt, wurde die Expositur Großberghofen 1717 errichtet. Der Pfarrer im Dorf hatte, was die Kirche betraf, das Sagen. Er bestimmte, wie und wo es lang ging. Seit dem Vatikanischen Konzil 1963 bis 1965 haben wir ein anderes Kirchenbild. Neben der Muttersprache in der Liturgie haben Laien Mitverantwortung zu tragen. Der Pfarrgemeinderat entstand und übernahm die Aufgabe für ein gutes Miteinander im Dorf. Kirchliche Gruppen, zum Beispiel für Senioren, Kinder und Jugend, entstanden. Die Gruppen brauchten Betreuer bzw. Leiter und vor allem suchten sie nach einem Zuhause. Seit 1980 bin ich Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und fühle mich verantwortlich, dass sich diese Gruppen auch in geeigneten Räumen treffen können. Der denkmalgeschützte Pfarrhof, im Besitz der politischen Gemeinde und im Nutzungsrecht der Kirche stehend, schien mir geeignet, kostengünstig und schnell ein Pfarrheim zu bekommen. Die Chronik zeigt, wie mühsam und schwierig das war und wie viele Helfer und Stunden nötig waren, um das Haus wie neu erstrahlen zu lassen.
Ein herzliches "Vergelt`s Gott" an alle Helfer, Spender, Maschinen- und Geräteausleiher, Bürgermeister Reindl, den verantwortlichen Räten und den Gemeindearbeitern. Ein Dankeschön für die gute Zusammenarbeit. Ich meine doch sagen zu können, dass nach langem hin und her die Fertigstellung der Baumaßnahme gut und mehr als zufrieden stellend gelungen ist. Die Besucher sind voll des Lobes. Ein Jahr nach der Renovierung zeigen 177 Eintragungen im Terminkalender, dass der Pfarrhof als Heim für kirchliche, Vereins-, aber auch andere Gruppen gut angenommen wird. Die Gruppen halten sich an die Hausordnung, es gab noch keine besorgniserregenden Vorkommnisse. Ich wünsche, dass sich alle Benutzer des Hauses in den Gruppenräumen geborgen und wohl fühlen, dass sie gut miteinander auskommen. Dazu möge Gott seinen Segen schenken und seine schützende Hand über das Haus halten.
28. April 1997
Mathias Reiss


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